Schreibheft

Unsere
Therapieverfahren

Image by Vince Fleming

Kognitive Verhaltenstherapie

 

Die Kognitive Verhaltenstherapie kombiniert zwei Therapieansätze: die kognitive Therapie und die Verhaltenstherapie. Welche Behandlungsmethoden eingesetzt werden, hängt davon ab, um welches Problem oder Erkrankung es sich handelt. Je nachdem, was im Einzelfall sinnvoll erscheint, werden Elemente und Methoden aus beiden Ansätzen angewendet. Als therapeutische Grundannahme gilt: Was wir denken, wie wir uns fühlen und wie wir uns verhalten, hängt eng miteinander zusammen. Alle diese Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden.

 

Basis kognitiver Therapieverfahren ist die Erkenntnis, dass ein Mensch über seine Vorstellungen und Gedanken (Kognitionen) sein Verhalten, sein Erleben und damit auch seine Gefühle beeinflussen kann. Auch wenn wir uns viele Einstellungen, die zu unseren aktuellen Problemen geführt haben, in der Vergangenheit - insbesondere in der Kindheit - angeeignet haben, setzen die kognitiven Therapieverfahren nicht in der Vergangenheit, sondern im Hier und Jetzt an. Im Rahmen der Therapie sollen wenig hilfreiche Kognitionen (z.B. "Ich muss perfekt sein") bewusst gemacht, überprüft und angepasst werden. In der Verhaltenstherapie geht es darum herauszufinden, ob Verhaltensweisen vorliegen, die einem das Leben erschweren oder Probleme verstärken und diese gegebenenfalls zu verändern. Hilfreich für den Therapieerfolg sind die Bereitschaft zwischen den Therapiesitzungen Übungen zu machen und die Offenheit, neues Verhalten auszuprobieren.

Image by T G

Schematherapie

 

Schematherapie zählt zur sog. dritten Welle der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsverfahren und ist eine innovative Form der Psychotherapie, in der

verstehensorientierte, klärende Elemente der Tiefenpsychologie mit erlebnisaktivierenden Techniken der Gestalttherapie und den gedanklichen und übenden Massnahmen der kognitiven Verhaltenstherapie in sehr systematischer und klarer Weise verbunden werden. Gleichzeitig legt sie sehr viel Wert auf eine gute therapeutische Beziehung um dem Patienten dadurch Halt und Sicherheit zu geben.  Ein sog. Schema beinhaltet, nach Jeffrey Young, dem Begründer der Schematherapie, ein Muster aus Erinnerungen, Emotionen, Kognitionen und Körperempfindungen, welches in der Kindheit und im Verlauf des Lebens erworben wurde und das Verhalten steuert. Ein Schema entsteht durch dysfunktionale Erlebnisse, oftmals in der Kindheit oder Adoleszenz, die auf der Verletzung menschlicher Grundbedürfnisse basieren. Es werden drei Bewältigungsstile beschrieben, welche die Betroffenen schon früh im Leben entwickeln, um sich den Schemata (und den damit zusammenhängenden schwer erträglichen Gefühlen) anzupassen. Der psychische Leidensdruck wird besonders durch die maladaptiven Bewältigungsstile und daraus entstehenden zwischenmenschlichen Problemen verursacht.

 

Anwendung

Die Schematherapie eignet sich besonders gut zur Behandlung von chronischen, charakterologischen Aspekten psychischer Störungen. Sie findet erfolgreich Anwendung bei der Behandlung wiederkehrender Probleme mit  Depressionen Angststörungen Persönlichkeitsstörungen Burnout

 

Ablauf 

Zunächst werden die lebensgeschichtlichen Ursprünge der bestehenden Schemata ergründet, es wird das Schematherapie-Modell erklärt und gemeinsam mit dem Klienten eine Fallkonzeption erstellt. Darauf folgt eine Problemaktivierungs- und Klärungsphase in welcher eine Verbindung des Fallkonzeptes mit aktuellen Alltagssituationen hergestellt wird. Problembewältigungs- und Verhaltensübungen helfen Schemaaktivierungen im Alltag zu erkennen und adäquat bewältigen. In der letzten Phase schliesslich werden neue Verhaltensweisen und Perspektiven erarbeitet und eingeübt, um dem Klienten ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Image by Dane Wetton

Integrative Körperpsychotherapie (IBP)

 

IBP (Integrative Body Psychotherapy) ist ein wissenschaftlich fundiertes, wirksames Psychotherapieverfahren, welches Körperempfindungen, Emotionen, Kognitionen und spirituelles Erleben vereint. Durch die integrative Arbeit in allen Erlebensdimensionen sind nachhaltige Veränderungen möglich. Der Fokus liegt bei dieser Methode nicht nur auf Gedanken, rationalen Einsichten oder Erkenntnissen, zusätzlich werden körperliche und emotionale Erfahrungen gemacht. 

Die IBP-Methode fundiert auf der humanistischen Psychologie und ist aus der Gestalttherapie entstanden: mit einer köperpsychotherapeutischen, psychodynamisch-tiefenpsychologischen Grundausrichtung und Elementen der Neurobiologie, der systemischen sowie der Gesprächstherapie.

Image by Artem Kovalev

Systemische Therapie

 

Systemische Therapie ist ein eigenständiges Verfahren mit einer Vielzahl von Methoden und Anwendungsbereichen. Ursprünglich aus der Familientherapie entwickelt, kommt die Systemische Therapie und Beratung heute in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen zum Einsatz. Sie betrachtet den einzelnen Menschen im Beziehungsnetz und in Wechselwirkung seines Umfeldes. Sie versteht psychische und psychosomatische Symptome als Anpassungsleistung des Individuums an die Umwelt. Symptome sind somit Ausdruck von zwischenmenschlichen und anderen psychosozialen Konflikten und können auch als biologische Stressindikatoren angesehen werden.

 

Ziele der systemischen Therapie:

Ziel systemtherapeutischer Arbeit ist es, stagnierende Entwicklungsprozesse in Gang zu bringen, indem systemeigene Kräfte und Möglichkeiten aktiviert und unterstützt werden.

Interventionen haben zum Ziel, problemverstärkende oder erhaltende Muster deutlich werden zu lassen, Ressourcen zu aktivieren und die Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten lösungsorientiert zu erweitern.

 

Die drei Grundhaltungen der Therapeutin:

 

Hypothetisieren:

 

Durch das Aufstellen von Hypothesen werden aus Beobachtungen gewonnene Daten miteinander verknüpft.

 

Zirkularität:

 

Diese Interviewmethode (zirkuläres Fragen) erlaubt es, Informationen zu gewinnen und entwickelte Hypothesen weiter zu differenzieren.

 

Neutralität:

 

Die Therapeutin ist eine respektvolle, kooperative, kreative und neugierige Dialogpartnerin. 

 

Anwendungsbereiche

 

Psychische und psychosomatische Probleme und Leidenszustände von Betroffenen und Angehörigen

Beziehungstraumata in der Kindheit

Bindungsstörungen, Entwicklungsschwierigkeiten, posttraumatische Belastungsstörungen

Sich wiederholende problematische Beziehungsmuster

Lebensübergänge, die von Krisen und Sinnverlust begleitet sind 

 

Quelle: Nach Selvini-Palazzoli, Boscolo, Cecchin&Prata (1980) in Kraiker C., Peter B., Psychotherapieführer. München: Beck, 1998., S. 251 ff.

Image by Gian Cescon

Ego- State- Therapie

 

Die Ego-State-Therapie wurde von den US-Amerikanern John und Helen Watkins ab 1980 aus der Traumatherapie entwickelt. Auf der Grundlage der Hypnotherapie Milton Ericksons integriert die Ego-State-Therapie Techniken aus der Einzel-, Familien- und Gruppentherapie. Sie hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und wird heute nicht nur bei Problemen, sondern auch zur Stärkung, Ressourcenaktivierung, Leistungsoptimierung, bei Schwangerschaft und Geburt oder bei Verlust- und Trauerprozessen eingesetzt.

Die Ego-State-Therapie basiert auf der Annahme, dass die Persönlichkeit (aller Menschen) nicht aus einem homogenen Ganzen, sondern aus verschiedenen Anteilen, den Ego-States besteht. Diese Anteile sind Zustände und Energien des Ichs. Statt „nur über die Zustände, Symptome etc. zu reden“ arbeitet die Ego-State-Therapeutin direkt mit jenem Persönlichkeitsanteil, dem Veränderung gerade am meisten nützt.

 

Wie entstehen Ego-States?

Wir werden nicht mit unseren Ego-States geboren, sondern erschaffen diese im Laufe unseres Lebens. Ego-States entstehen, wenn wir etwas immer und immer wieder tun. Durch häufige Wiederholungen einer Tätigkeit entstehen im Gehirn Nervenbahnen mit spezifischen Emotionen, Fähigkeiten und Lebenserfahrungen. Ein Ego-State ist also ein physischer Teil des menschlichen Gehirns, welcher für ganz spezifische Fähigkeiten und Emotionen trainiert wurde.

Wir alle haben viele verschiedene Ego-States; ein jeder dieser Teile hat seine eigenen Macht- oder Ohnmachtsgefühle, Emotionen, Denkweisen und Fähigkeiten, seine eigenen Persönlichkeitszüge. Wenn wir sagen: „Ein Teil von mir“, reden wir über einen Ego-State.

Ego-States sind Ressourcen, welche wir je nach Bedürfnis herholen können. Schwierigkeiten entstehen, wenn Ego-States in Schmerz, Trauma, Angst oder Wut verharren. Ego-State-Therapie kann helfen, sich aus blockierten oder sich immer auf die Selbe Art wiederholenden Zuständen und Handlungen zu befreien, was zu besserer Selbst-Kontrolle und innerem Frieden führt.

 

Ziele der Ego State Therapie:

Das Ziel der Ego-State-Therapie ist die Integration, d.h. dass die verschiedenen Ich Zustände in harmonischer Beziehung miteinander existieren.

 

Es sollen Ich-Zustände (Ego-States) gefunden werden, die Schmerz, Trauma, Wut oder Frustration verbergen; diesen soll dann geholfen werden, sich davon zu befreien, indem sie Gelegenheit haben, sich auszudrücken und indem sie getröstet, geschützt und gestärkt werden.

 

Die Kommunikation zwischen den Ich-Zuständen soll ermöglicht oder verbessert werden (die Aussage: „Ich hasse mich, wenn ich so bin!“ deutet darauf hin, dass da zwei Ego States nicht gut zusammenarbeiten bzw. sich gegenseitig nicht schätzen).

Den Klienten soll geholfen werden, ihre Ego-States kennen zu lernen, damit sie sich diese besser zunutze machen können (dass sie z.B. lernen, in einer entspannten Situation für emotionale Erfahrungen offen zu sein, bei Druck oder Bedrohung sich aber abzugrenzen und zu wehren). 

 

Behandlungsspektrum:

Die Ego-State-Therapie ist für ein breites Behandlungsspektrum geeignet; dieses reicht von Angst, Phobie, Zwang, Tics und chronische Schmerzen über akute Belastungsstörungen bis hin zu posttraumatischem Stress und dissoziativen Erkrankungen.

 

Quelle: Woltemade Hartmann (Ph.D.),Gründer und Direktor des Milton H. Erickson Institutes in Südafrika (MEISA), Silvia Zanotta, Dr. phil, Gründerin Ego-State Schweiz

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Paartherapie

 

Glückliche und erfüllende Liebesbeziehungen setzen verschiedene Fähigkeiten voraus, brauchen Pflege und erfordern eine bewusste Auseinandersetzung. Es braucht gegenseitigen Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Ehrlichkeit, Achtsamkeit und vieles mehr. Schenkt man der Liebesbeziehung zu wenig Aufmerksamkeit und Zuwendung, gehen Farbe und Lebendigkeit verloren. Im schlimmsten Fall kann die Liebe einschlafen und verkümmern.

 

Folgende Themen gehören in Beziehungen zu den häufigsten Herausforderungen:

 

Nähe und Distanz

Ein zentrales Thema in der Paarbeziehung ist der Umgang mit Nähe und Distanz. Oft empfinden wir Zurückweisung oder den Wechsel von Nähe zu Distanz als verlassen werden oder wir fühlen uns durch zu viel Aufmerksamkeit und Zuwendung überfordert oder unter Druck gesetzt. Wir müssen als Erwachsene einen sinnvollen Umgang sowohl mit dem Alleinstehen als auch dem Zusammensein finden.

 

Sinnlichkeit und Sexualität

In langjährigen Beziehungen schleichen sich über die Jahre oft Gewohnheiten und Langeweile ein. Der familiäre Alltag dominiert, Sinnlichkeit und Sexualität sind auf ein Minimum geschrumpft oder fehlen sogar ganz. Durch eine gemeinsame Auseinandersetzung können Sinnlichkeit und Sexualität wieder zu einem selbstverständlichen Ausdruck der Liebe werden.

Kommunikation

Miteinander reden ist oft schwierig. Paare verstricken sich in polarisierenden Streitgesprächen, die Fronten verhärten sich, beide fühlen sich nicht mehr verstanden und die starken Emotionen verhindern ein aufeinander Zugehen. Die Partner können nicht mehr miteinander reden, weil sich der eine oder beide zurückziehen und Konflikte vermieden werden. Dann geht es darum zu lernen, wieder offen aufeinander zuzugehen, einander zuzuhören sowie Auseinandersetzungen konstruktiv und respektvoll zu führen.

 

Treue

Der Umgang mit Treue ist ein schwieriges Thema. Eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit der Treue wird meist vermieden und das Thema kommt dann oft erst auf den Tisch, wenn einer der Partner eine Außenbeziehungen oder eine Affäre hat. Moralische Vorstellungen und gesellschaftliche Konventionen führen dann meist zu einem Abbruch der Beziehung. Vor diesem Hintergrund wird oft übersehen, dass die Beziehung eigentlich gut, die Liebe noch da ist und sich eine Auseinandersetzung lohnen würde. Ziel einer Paartherapie wäre dann, gemeinsam herauszufinden, ob es wirklich um Trennung geht oder ob es nicht doch einen gemeinsamen Weg gibt. 

Die weitere Behandlung nach der Spezialsprechstunde für Paartherapie wird von einem Behandlungsteam von Fachpsychologen und Fachärzten durchgeführt. Die Anmeldung und Triagierung erfolgt direkt über Paartherapeuten.

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Sexualmedizin und Sexualtherapie

 

Die Sexualität gehört zu unseren Grundbedürfnissen. Sie ist persönlich und individuell. Meistens wird die Sexualität in einer verbindlichen Beziehung gelebt. In jeder Beziehung wechseln Zeiten von geringerer mit Zeiten intensiverer Sexualität ab. Anhaltende sexuelle Probleme können die Beziehung aber nachhaltig belasten.

 

Wir bieten zu einem großen Themenspektrum (u.a. sexuelle Lustverminderung, Erektionsstörungen, Orgasmusstörungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, sexuelle Probleme in Beziehungen, sexuelle Probleme und Stress, sexuelle Probleme bei körperlichen Erkrankungen) Einzeltherapien an.

 

In einer ersten Sitzung findet eine Standortbestimmung statt, bei der die Schwerpunkte für die Therapie gesetzt werden.

 

Der Therapieprozess ist ein persönliches Sich - Selbst Kennenlernen und Entwickeln, dieses wird durch wiederholtes Reflektieren, Achtsamkeits- und Körperübungen unterstützt.

 

Wir arbeiten nach den Konzepten der Sexualtherapie der Integrative Body Psychotherapy (IBP), wie sie unter anderem von Jack Lee Rosenberg entwickelt wurden.

 

Mit folgenden Anliegen könnten Sie sich Patienten an uns wenden:

 

• ich leide unter sexueller Lustlosigkeit

• Sexualität ist zu unbefriedigender Routine geworden

• unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen in der Sexualität

• Außenbeziehungen, Dreiecksbeziehungen

• sexuelle Sprachlosigkeit

• abnehmendes sexuelles Begehren in Langzeitbeziehungen oder bei Lebensumbrüchen

• Erregungs- und Orgasmusprobleme

• Erektionsstörungen (aus psychischen oder körperlichen Gründen)

• vorzeitiger Samenerguss